Startup-Story: spoins sorgt für mehr Bewegung im Alltag

spoins: Bewegungs-App statt Trimm-Dich-Pfad

Seit einem Jahr bietet die Universität Duisburg-Essen den Masterstudiengang Innopreneurship an. Studenten sollen mit Hilfe von passenden Vorlesungen und Seminaren ihre Gründungsidee intensivieren und zu „Innopreneuren“ ausgebildet werden.

Mittendrin ist Florian Baum, der neben dem Studium und der Arbeit als Community-Manager im ruhr:HUB das Start-up „spoins“ gründet. ruhr:HUB-Kollegin Stefanie Ehrlich sprach mit ihm über sein Gründungsvorhaben.


Was ist die Idee von „spoins“?

Mit der App „spoins“ belohnen wir Menschen für ihre Bewegung im Alltag, also Schritte gehen, Treppenstufen steigen, Fahrrad fahren oder Joggen. Über ein System von Motivationsanreizen wollen wir möglichst viele Menschen bewegen. „spoin“ setzt weit unten an und der Nutzer kann seine Bewegung ohne großen Aufwand in den Alltag integrieren.

Dadurch, dass man sich etwas für absolvierte Challenges verdienen kann, wie zum Beispiel exklusive Einkaufsgutscheine oder Rabatte für Onlineshops oder den lokalen Einzelhandel, bieten wir unseren Partnern ein neuesMarketinginstrument an.

Du gründest „spoins“ gemeinsam mit einem Partner. Wie läuft die Zusammenarbeit?

Mein Partner Martin Brandt und ich haben uns im Januar während des „Innovate Healthcare Hackathons͞ in Köln kennengelernt. Bei dem Event war es unsere Aufgabe, ehemals populäre Trimm-Dich-Pfade aus den Siebzigerjahren in das 21. Jahrhundert zu übertragen und ihnen so einen Aufschwung und neue Attraktivität zu verschaffen.

So kam euch die Idee für die App „spoins“?

Nicht sofort. Mit unserem Fünfer-Team „Trimm-Dich 2.0″ lösten wir uns schließlich von dem analogen Gedanken eines Pfades in der Natur und entschieden uns dazu, das Ganze digital weiterzudenken.

Die Idee: Nutzer sollten über Challenge-Punkte in ihrer Umgebung Alltagsplätze finden und dort körperliche Übungen wie Liegestütze, Kniebeugen, Klimmzüge oder Sit-ups machen.

Dafür sollte es digitale Münzen als Belohnung geben, die im Einzelhandel oder Café eingelöst werden konnten. Die Bewegungssensoren des Smartphones sollten die Tätigkeiten überprüfen und eine Transparenz schaffen.

Mit dieser Idee habt ihr auf dem Hackathon drei von fünf Preisen gewonnen. Wie kam es, dass anschließend drei Teammitglieder ausstiegen?

Beflügelt vom starken Start wollten zunächst alle fünf Mitglieder von Trimm-Dich 2.0 mit dem Projekt „spoin“ weitermachen. Dabei merkten wir aber schnell, dass die Vorstellungen weit auseinandergingen und dass nicht nur eine intensive Kommunikation, sondern auch die gleichen Ziele wichtig sind.

Die anderen drei hatten Vollzeitstellen und konnten nicht so viel Zeit aufwenden. Wir konnten das glücklicherweise recht offen besprechen und haben dann gemeinsam entschieden, dass Martin und ich das Projekt zu zweit weiterführen.

Florian Baum von spoins beim AXA Kitchen Pitch.

Mit eurer Idee habt ihr euch einen Platz im „Axa Accelerator“ gesichert. Inwieweit hilft die Teilnahme bei der Ausarbeitung der Geschäftsidee?

Ergänzend zu dem Wunsch, endlich mal starten zu wollen, wurden wir auch im Rahmen des Accelerators auf unsere Werte und persönliche Einstellung geprüft. Dabei stellte sich heraus, dass es uns vordergründig sehr wichtig ist, Menschen grundlegend in Bewegung zu bringen und nicht nur Sportler zu aktivieren.

Mit weiteren Gesprächen auf Seiten der Nutzer und potenziellen Kunden konnten wir dann einen ganz anderen Bedarf herausarbeiten.

Ihr habt eure ursprüngliche Idee aus dem Hackathon also noch einmal überarbeitet?

Genau. Eine weitere Sport-App wollte keiner von uns. Die, die es schon gab, funktionierten sehr gut und hatten ihre Berechtigung.

Durch die Gespräche mit den Experten haben wir dann eine unternehmerische Gelegenheit im Bereich der Bewegung gesehen. Medizinisch ist es nämlich so, dass 10 000 Schritte am Tag ausreichen, um gesund zu leben!

Der digitale Wandel, die neuen Mobilitätsangebote, Netflix und Co. verleiten uns immer mehr dazu, die Bewegung im Alltag zu vergessen. In Deutschland allein bewegen sich über 65 Prozent der Menschen nicht einmal eine Stunde am Tag. Lösungen für das Thema Bewegung gibt es in sehr geringem Ausmaß und oft mit keinem richtigen Geschäftsmodell.

Da setzt nun „spoins“ an. Kreative und innovative Marketinginstrumente werden derzeit intensiv gesucht. Wenn wir dazu noch lokale Kundschaft motivieren können, stehen wir mit unserer Geschäftsidee gar nicht schlecht da.

2018-09-26T13:07:59+00:00September 26th, 2018|Startups|