Urlaub im Kunsthotel art-lodge in Österreich

Empfehlung: Kunsthotel art-lodge

Igor Albanese besuchte das stilvolle Hide-Away für Kulturliebhaber und Individualisten auf dem Weg in seine Heimat Istrien an der Adria

Auf unseren häufigen Reisen nach Istrien suchen wir immer neue interessante Adressen für einen Zwischenstopp – meistens in Österreich, auf der Strecke zwischen Salzburg und Villach. Einige Parameter sind wichtig: gute Küche, schöne Landschaft, freundlicher Service und Authentizität.

Dieses Jahr zu Ostern sind wir gezielt bei Spittal an der Drau abgefahren, um endlich unsere Freunde Katrin und Dirk Liesenfeld in Verditz zu besuchen. Die beiden betreiben ein ganz besonderes Hotel. Die kurvige Straße am Millstätter See zeigt sich in der Aprilsonne von ihrer schönsten Seite. Das Navigationssystem leitet uns von der Hauptstraße Richtung Villach auf eine schmale Straße den Berg hoch.

Bei „Sie haben Ihr Ziel erreicht“ erwartet uns das Bellen des schwarzen Schäferhundes und ein gigantischer Blick in die Kärntner Landschaft. Katrin pfeift den Hund zurück und eilt uns entgegen. In der Küche kocht Dirk gerade, es riecht gefährlich gut. Wir fühlen uns sofort zu Hause.

Eine Kunstsammlung zu Hause für alle

Die beiden sind Ex-Werber aus Düsseldorf und Aussteiger, die vor zehn Jahren mit dem Kunsthotel art-lodge auf 1 058 Metern Höhe in einem 300 Jahre alten und komplett renovierten Bauernhof ihren Lebenstraum verwirklichten.

„Irgendwann fingen wir an, Kunst zu sammeln. Schon bald waren die Wohnung und die Agentur voll damit“, erzählt Kerstin, als ich sie frage, wie alles begann. „Wir wollten unsere Kunstsammlung nicht in Kellern und Lagern verstecken, so drängte sich die Idee eines großen, alten Hauses irgendwo auf dem Land auf, mit vielen Freunden und Künstlern als Besucher.

Die Idee war, die Kunst einem interessierten Publikum zugänglich zu machen. Allerdings nicht in einem Museum, sondern direkt in unserem Zuhause. So ist es ein größeres Zuhause geworden.“

Katrin gießt den gekühlten Weißburgunder in die Gläser, während Dirk seinen ausgefallenen Genusskreationen den letzten Schliff verleiht. Da der Hotelbetrieb noch nicht angefangen hat, zeigt uns Katrin vor dem Essen die individuell eingerichteten Zimmer, den kleinen Kinosaal, das Café und die Stube.

Das Restaurant wurde beispielsweise von dem Berliner Künstler Wolfgang Flad gestaltet. Es ist faszinierend, wie sich die moderne Kunst mit dem traditionellen Interieur verträgt und wie unaufgeregt sie in diesem Umfeld wirkt.

Neue Reihe „Kunst-WG“

Das Essen schmeckt vorzüglich, wir öffnen die zweite Flasche Wein. „Für die nächste Saison haben wir uns vorgenommen, die Zeit, in der wir Künstler begrüßen dürfen, auch selber zu genießen“, erzählt Dirk. Deshalb gibt es jetzt ein neues Format in der art-lodge: die „Kunst-WG“. „Das wird locker und unprogrammatisch laufen.

Wir werden gemeinsam kochen, essen, trinken und reden und hoffentlich viele schöne Abende haben. Die art-lodge soll die Bühne geben. Wir werden auch da sein, aber im Hintergrund. Die Gastgeber werden die Künstler selbst sein.“

Im alten Gasthaus und der restaurierten Scheune liegen 14 Zimmer und Suiten verschiedener Größe und Ausstattung. Alle Zimmer sind in Design, Materialauswahl und Möblierung unterschiedlich. Jeder Raum ist als kreative Schöpfung einem Künstler oder einem Kunstthema gewidmet. Den Innenhof belebt ein Bio-Pool.

„Die Handwerker hielten uns anfangs für verrückt“, erinnert sich Katrin, „Doch plötzlich passte alles zusammen: Traditionelle Architektur und modernes Design, intakte Natur und gutes Essen, unsere Kunst und die Gäste.“

Urlauber treffen auf Kunst und Künstler

Außer den Gästen, die hier neue Impulse suchen, Freunde treffen oder sich in aller Ruhe entspannen, kommen auch die Künstler selbst gerne her. „Wir wollten herausfinden, wie Kunst im Urlaub auf Menschen wirkt und was dabei passiert“, beschreibt Dirk ihr soziokulturelles Experiment.

„Bei Kunstaktionen und Musikveranstaltungen können Gäste und interessierte Besucher hautnah mit Kunst und Künstlern in Kontakt kommen.“ Zum Beispiel beim „High-Art Cooking“ oder „Music and Dinner“. „Das Schöne ist, dass durch diese ungezwungene Atmosphäre immer wieder interessante Bekanntschaften geschlossen werden“, fügt Dirk hinzu.

Die Nacht haben wir in einem besonders schönen Doppelzimmer verbracht, an das Frühstück aus ausschließlich einheimischen Produkten werden wir uns noch lange erinnern. Der Abschied wird mit einem Glas Schaumwein begossen: „Auf ein Neues!“

Die art-lodge wird unser Kleinod auf der Durchreise Richtung Istrien bleiben.

 

ART-LODGE

Die art-lodge am Verditz in den österreichischen Kärntner Nockbergen ist ein 4-Sterne-Boutique-Hotel und eine private Galerie in einem.

Das innovative „Ultra-Local-Konzept“ wurde 2016 als Leuchtturmprojekt ausgezeichnet, weil hier die Berglandschaft und der Kunstgenuss auf eindrucksvolle Weise miteinander verbunden sind.

 

2018-07-24T20:22:03+00:00Juli 19th, 2018|Igorissimo|